Donnerstag, 8. Oktober 2015

Von Helfern, welche nicht helfen können.

Viele Menschen hier in der Stadt und der Umgebung möchten bei der Integration von Flüchtlingen helfen. Es gibt einige Aktionen, die bestehen, einige, die am entstehen sind und verdammt viele gute Ideen, denen nicht auf die Beine geholfen wird. Grund: Überforderung.


Und ja, ich verstehe das. Ich studiere es und kenne aus wissenschaftlicher Sicht auch die Problemstellen. Aber mittlerweile glaube ich nicht mehr an ledigliche Überforderung. Ich möchte es nicht. Denn bei uns bestehen bisher zwar Flüchtlingsheime, und zwar mehrere in der Stadt verteilt, es gibt verschiedene Organisationen, welche sich mit der Thematik beschäftigen (Amt, Caritas, Diakonie und eine große FacebookGruppe), aber bisher ist bei uns noch der geringste Anteil an Flüchtlingen, die wir hier aufnehmen, angekommen. Wie wird es wohl werden, wenn sie alle da sind und schon jetzt nichts vorwärtsgeht? Wenn sich jemand bei uns meldet um mithelfen zu möchten, heißt es entweder "Spenden Sie Kleidung", "Helfen Sie in der Kleiderkammer" oder "ansonsten ist alles in der Planung". Hmm Planung. Ein schönes Wort. Eins, dass zwar sinnvoll ist. Aber es funktioniert eben nicht mehr.


Wir haben Initiativen wie "Sew A Smile" gegründet und reichlich Werbung dafür gemacht. Doch alle Städte, die wir beliefern könnten, antworten uns nicht, oder sie verstehen den Inhalt auch nach zweimaliger Erklärung nicht. Sie rufen nicht zurück nach drei Anrufen. Man wartet wochenlang auf Mails. Und so wächst der Frust im Ehrenamt.
Ideen, die nicht wahrgenommen werden oder nach hinten verschoben. Ehrenamt, dass nur an nur zwei Tagen (vormittags) wahrgenommen werden kann. Und eben kaum Antworten auf offene Fragen oder Angebote.


Wir finden Lösungen. Wir suchen sie selbstständig. Wir gehen unseren Weg ohne große Störungen der eigentlichen Arbeit. Das ist kein Problem. Aber wenn selbst auf die geringsten Fragen keine Antworten gefunden werden können, wächst die Enttäuschung und manche verwerfen Ideen auch wieder und gehen lieber ihrem eigenen Leben nach. Helfer, welche nicht helfen können. Das ist auch eines der größten Probleme, woran Integration scheitern könnte. Bleibt dran an euren Ideen. Irgendwo werden diese sicherlich gebraucht.

Herzlichst, eure Ephrata.

Schnittmuster: Frau Aiko von Schnittreif in der Größe S
Stoff: Glitzersweat in dunkelblau-silber von Lillestoff

Ich habe endlich auch eine Frau Aiko genäht. Und mich dabei an Prülla orientiert, denn eigentlich ist der Schnitt für Webware gedacht. 2cm schmälern und er sitzt perfekt. Ein einfacher, schöner Schnitt, den ich hoffentlich noch öfters nähen werden. Wenn ich dazu komme und nicht frustriert meine Zeit beim 100mal mailen oder telefonieren "verschwende". Ich habe übrigens keine Taschen aufgesetzt und es einfach schlicht gehalten. Meine Version ist mit Beleg. Ich finde Belege einfach was ganz Tolles, muss ich ehrlich gestehen. Mein Mann war sehr begeistert von FrauAiko, findet sie noch schöner als meine Glitzer-FrauFannie. Und ich fühle mich richtig wohl darin, denke fast, man kann es immer anziehen, je nach Kombination. Also werde ich wohl noch die zwei anderen Glitzersweat-Farben bestellen und FrauAikos daraus nähen, wobei nach rauchblau und schwarz und jetzt noch dunkelblau reicht es mir erst einmal mit dem Glitzer.

#BloggerFürFlüchtlinge
Ab damit zu Rums! Und auch zu Ich-näh-bio. 

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