Dienstag, 30. Juni 2015

#SelfieWithDaughter


Eigentlich bin ich kein Hashtag-Fan. Ich mag dieses ständige "Aufschrei"- und" ich mach hier mit, damit ich dabei bin" - Gruppenzwang Gedöns nicht mit. Meist finde ich sie überflüssig, oder oberflächlich und erkenne darin keinen Sinn. 


Allerdings machte NTV gestern Werbung für den Hashtag #SelfieWithDaughter (Siehe hier!), welcher eine wirklich tiefe Botschaft in sich trägt. Eine Botschaft aus Indien mit dem Titel: Väter kämpfen für die Anerkennung und Aufwertung ihrer Töchter, und folglich Frauen allgemein. Denn in Indien werden "noch immer weibliche Embryos abgetrieben, Mädchen getötet.". Daraus folgt auch, dass in Indien vergleichsweise wenig Mädchen aus Jungs kommen (Verhältnis laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2011: "Auf 1000 Jungs kamen demnach nur 914 Mädchen"). 

"Für die demografische Entwicklung Indiens ist das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen fatal. Es fehlen nicht nur Frauen als Partnerinnen für die Männer, sondern - und das bedingt sich natürlich gewissermaßen - vor allem Mütter für zukünftige Generationen."


Deshalb rief der indische Staatschef Narendra Modi mit dem Hashtag #SelfieWithDaughter, welcher Teil der Kampagne "Beti Bachao, Beti Padhao" (Rette die Tochter, lehre die Tochter)" dazu auf, Mädchen beziehungsweise Frauen in Indien von Anfang an besser zu (be-)schützen. Der Hashtag ist mittlerweile weltweit sehr beliebt, stolze Väter benutzen ihn um ihre Liebe zu ihren Töchtern zu zeigen. Ich habe gestern meinen Mann gebeten, für den heutigen Beitrag ein SelfieWithDaughter zu schießen und schicke euch heute zum CreaDienstag ein Foto vom Geschenk für meinen Mann. Zu seinem Geburtstag schicke ich dann Fotos mit "Model". 



Schnittmuster: Max von pattydoo in Größe L (Gefunden hier!)
Stoff: Jersey in Petrol und Geometrics von Lillestoff (Gefunden hier!)

Quelle: Indiens Hashtag-Premier wertet Frauen auf auf NTV.de (Siehe hier!) und die dazugehörige Bilderserie auf NTV.de (Siehe hier!) . Zugriff am 29.06.2015

Ab damit zum CreaDienstag!

Sonntag, 28. Juni 2015

Von Rabenvätern und dem Wunsch nach mehr Vereinbarkeit



Während ich diesen Beitrag schrieb, meine Tochter an meiner Schulter schlimmert, fuhr mein Mann mit dem ICE nach NRW um an einem Seminar teilzunehmen. Warum schreibe ich das? Ist er ein Rabenvater? Nur weil er öfters baby- beziehungsweise kleinkindfrei hat?

Auf Spiegel Online wurde am 25. Juni ein Zwischenruf mit dem Titel "Wir Rabenväter" veröffentlicht, der einige Resonanz hervorrief (Siehe hier!). Hauptsächlich von Vätern, geteilte Meinungen -  Jammerlappen "Wir leben in dem goldenen Zeitalter, ein paar Abstriche müssen schon sein" oder Unterstützer, die sagen "hört auf eure Frauen. Karriere und Geld sind es nicht wert".


M. Brost und H. Wefing, beides "Rabenväter", wie man aus dem Text herauslesen könnte, erklären, dass die Unvereinbarkeit zwischen Familie und Beruf nicht nur Frauen, sondern auch Männer, betrifft und dass Väter insgesamt höheren Belastungen ausgesetzt sind als Männer, welche kinderlos sind.

"Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung sind Väter zwischen 25 und 39 Jahren im Schnitt zwei Wochenstunden länger im Job als ihre kinderlosen Kollegen; bei Vätern zwischen 40 und 59 Jahren sind es sogar fünf Stunden."


Dass unter der diesen Bedingungen, Liebe und Familie leidet, eigentlich dass, was sich die Männer am meisten wünschen, ist laut Meinung der Autoren unter den gestiegenen Anforderungen an Männer zu erklären. Anforderungen wie Familie gründen, Häusle bauen, Eltern pflegen, Sicherheit aufbauen. Was dies aus Männern macht bezeichnen sie so:

"Wir wissen schon, wir sollten daheim mehr reden, mehr zuhören, aufmerksamer sein. Aber, so banal das klingt und so traurig es ist: Häufig fehlt dafür die Kraft. Und die Zeit. Es gibt sie einfach kaum mehr, die Momente der Zweisamkeit und der Gelassenheit."



Ihr Wunsch ist es, geregelte Arbeitszeiten zu haben, um Freiraum für die Privatsphäre, die Familie zu schaffen, ohne den ständigen Druck mit Fristen von Projekten, Dienstleistungen rund um die Uhr, etc. ausgesetzt zu sein. Ohne, dass sich die Arbeit ansammelt, wenn man mal im Urlaub, nicht aufs Handy schaut oder die Vaterzeit (die meist ja nur auf zwei Monate rausläuft) genießt.

Ihr Wunsch ist es, für die Familie da zu sein. So wie sie es sich vor der Geburt des Kindes / der Kinder erträumt hatten. Zeit haben.


Warum schaffen wir es in diesem Land nicht ohne Überstunden klar zu kommen? Dass Eltern pünktlich die Kinder von der Kita abholen können? Wieso ist dies in skandinavischen Ländern möglich im Vergleich zu hier? Und warum arbeiten Familienväter mehr als die des gleichen Geschlechts ohne Kinder? Wobei das Schlimmste ist doch, dass es Begriffe wie Rabenvater und Rabenmutter überhaupt gibt (es gibt sie in anderen Ländern nicht). Wenn mein Mann nach dem Wochenende aus der Bahn steigt, werde ich ihn drücken, und ihm sagen: "du machst es gut, so wie du es machst. Ich weiß du gibst dein Bestes."


Herzlichst, eure Ephi

Quelle: Zwischenruf: wir Rabenväter von Marc Brost und Heinrich Wefing auf Spiegel Online. Zugriff am 26.06.2015

Freitag, 26. Juni 2015

Ein Mehr an Generationen und das Glück noch Urgroßeltern zu haben


Letztes Wochenende waren wir bei meinen Großeltern. Draußen im Grünen. Wo man noch Vögel zwitschern hört und Grillen zirpen. 
 
Die Mini besitzt noch vier Uromas und zwei Uropas und wir genießen das richtig. Auch wenn sie mit den circa 70-75 Jahren nicht mehr die Fittesten sind, ist es für uns alle der reinste Zugewinn (mittlerweile sind ja eher die Omas und Opas von den Kleinen in dem Alter). 


Deshalb habe ich überlegt euch eine - nein zwei - neue Initiativen vorzustellen und dabei ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Auf Spiegel Online las ich etwas von der Öffnung für neue Urlaubskonzepte (Siehe hier!) (Omas,  Eltern und Enkel), was ich ansich nicht schlecht finde, aber für uns war letztes Jahr der Wientrip mit vier Generationen leider nicht der erholsamste, deshalb weiß ich nicht, ob das wirklich eine Zukunft hat. 

Eine Zukunft hat aber sicherlich der Erhalt  und die Weiterentwicklung von Mehrgenerationenhäusern (Siehe hier!), welche Frau Schwesig unterstützt (Unterzeichnung der Rahmenbedingungen für den Erhalt von Mehrgenerationenhäusern vor etwa einem Monat). 

Manuela Schwesig: „Die Zukunft der Mehrgenerationenhäuser ist gesichert. Mir ist der Zusammenhalt zwischen den Generationen wichtig. Wir brauchen in unserer Gesellschaft ein Miteinander der Generationen statt ein beziehungsloses Nebeneinander. Mehrgenerationenhäuser sind Orte, an denen Gemeinschaften entstehen – zwischen Alt und Jung (...)"




Ich finde Mehrgenerationenhäuser sind eine wundervolle Idee; denn in Zeiten gestiegener und vorausgesetzter Mobilität, sollten wir uns doch manchmal auf das Wichtige konzentrieren. Meiner Meinung nach die Familie und auch die Erfahrung älterer Menschen. Auch wenn diese oftmals mit unseren postmodernen Ideologien im Widerspruch stehen. Ich weiß noch, wie ich mich im Wien-Urlaub oftmals über die Erziehungsmethoden meiner weiblichen Verwandten aufgeregt habe, weil sie nicht meinem Ideal von Freiheit und das-Kind-weiß-und-zeigt-was-es-will entsprachen. Mittlerweile sehe ich das gelassener. Die Mini kann selbst zwischen den Personen und ihren Methoden unterscheiden, erkennt, welche (Ur-) Oma autoritärer und welche nachsichtiger erzieht. Auch ich habe das schließlich als Kind lernen müssen und es hat nicht geschadet. Auch meine Meinung war in der Kindheit eine andere, als später. Klar genoss ich es als Kind total verwöhnt zu werden und alles zu bekommen, was ich wollte. Mittlerweile schätze ich auch den anderen - mir damals nicht so wohlgesonnenen - Erziehungsstil. Hat er mich doch mehr auf das Leben vorbereitet (ich spreche hier nicht von Gewalt, aber trotzdem einer klaren konsequenten Linie). 


Das Miteinander wofür die Familienministerin plädiert, findet wirklich immer seltener statt. Bei uns leider auch. 200km trennen uns von den Urgroßeltern, 30-50 von den Großeltern, welche berufstätig sind (Siehe vorhin die Altersangaben). Deshalb haben wir uns so etwas wie eine "Leihomi" geholt, die jede Woche mit Sophie einige Stündchen spielt und uns eine gute Freundin geworden ist. Uns wurde damals die Initiative Wellcome (Siehe hier!) empfohlen, welche für das erste Babyjahr eine Art Nachbarschaftshilfe darstellt. Die Initiative wird von oberster Stelle beschützt (Frau Dr. Merkel ist Schirmherrin) und von unterster Stelle ehrenamtlich getätigt. So hilft die Initiative jeder Familie, egal welchen sozialen Status sie innehat. Unsere "Leihomi" ist mittlerweile eine sehr gute Freundin der Familie geworden, auch nach dem ersten Jahr von der Kleinen hat sie beschlossen weiterhin einen halben Tag die Woche mit ihr zu verbringen. Einfach, weil die beiden ein Herz und eine Seele sind. 


Ich denke, in Zeiten höherer Anforderungen an die Familie (vor allem Mobilität und Flexibilität) sollten solche Projekte weiter ausgebaut werden. Ich kann mir auch gut vorstellen, später selbst eine "Leihomi" zu werden. Bis dahin genieße ich aber das Mamasein und die  Besuche, die wir den (Ur-) Großeltern abstatten können. Denn, wir durften am Wochenende wieder einmal sehen, wie viel Sophie durch die Stunden mit der älteren Generation lernen konnte. Und auch wie viel Freude die Kleinen den Großen schenken. 

Schwesig: "Hier zeigt sich, dass Gesellschaft zusammenhält. Ich freue mich, dass Bund und Länder dieses Erfolgsmodell langfristig gemeinsam unterstützen werden."

Ich freue mich auch. Herzlichst, eure Ephi 


Schnittmuster: Basic Hose von Ki-Ba-Doo in Größe 98 (Gefunden hier!)
Stoffe: Lightflowers Butterflies und weinrot-weises Bündchen von Lillestoff (Gefunden hier!)
Fotos: Meine Oma habe ich ein wenig versteckt, ich denke mit dem Internet möchte sie nicht viel zu tun haben ;)

Quellen: Gemeinsames Engagement von Bund und Ländern sichert Perspektive der Mehrgenerationenhäuser auf mehrgenerationenhaeuser.de. Zugriff am 24.06.2015 (Siehe hier!)
Angebote von wellcome - auf einen Blick von wellcome-online.de. Zugriff am 24.06.2015 (Siehe hier!)

Ab damit zu FREUTAG,  Kiddikram und Meitlisache

Donnerstag, 25. Juni 2015

Ein Platz für Kinder, Teil 2


Ich bringe heute einen zweiten Vorschlag, wie wir Eltern zeigen können, dass wir mehr Platz für Kinder schaffen sollten. Am Sonntag Abend, nach einem Kurztrip in die Hinterpfalz, ist mir eine e-Mail ins Postfach geflattert, die verwandt mit meinem Beitrag von letzter Woche (Siehe hier!) sein könnte.


Ich weiß natürlich nicht, ob ihr Freunde von Petitionen seid, ich halte sie teilweise für unnötig (je nach Thematik, wie zum Beispiel bei Markus Lanz), allerdings sind sie eine wichtige Komponente der Direkten Demokratie, die wir weiter ausbauen sollten in Deutschland. Meiner Meinung nach. Auch die Direkte Demokratie hat Nachteile, ich sehe sie aber als ausbaufähig und -nötig, da die Politikverdrossenheit voranschreitet und der Wähleranteil sinkt. Nur mal kurz dazu.


Weiter im Kontext. Die Petition (Siehe hier!) ist zwar auf Leipzig begrenzt und auch auf S-Bahnen, lässt sich meiner Meinung nach aber erweitern, wenn diese Erfolg hat. Katharina wünscht sich für ihren Sohn Johan und sich mehr Abstellfläche für Kinderwägen in den S-Bahnen des Leipziger Verkehrsbundes. Dabei bezieht sie auch Rollstuhlfahrer mit ein und drängt auf die Barrierefreiheit. Sie erklärt, warum sie oftmals Probleme beim S-Bahn-Fahren hat und zeigt gelungene Beispiele, wie in Bremen, auf (Siehe hier!).


Vielleicht habt ihr ja Lust Katharina und ihren Sohn zu unterstützen, in der Hoffnung, dass dies vielleicht bundesweite Wellen schlägt?

Herzlichst, eure Ephi


Schnittmuster: Lady Topas von Mialuna in Größe S (Gefunden hier!)
Stoffe: Frau Holle Dotties und dunkelroter Jersey von Lillestoff (Gefunden hier!)

Nächstes Mal kommen bei diesem Schnitt auf jeden Fall noch einige cm am Saum dazu, finde ich persönlich besser. Die Farbe ist nicht wirklich meins, aber ich wollte nicht gleich einen Stoff, den ich für mich bestimmt habe, verschneiden! ;) Ab damit zu RUMS!

Quelle: Change.org

Dienstag, 23. Juni 2015

Keine Hunde. Keine Kinder und der fehlende Respekt.

Als ich diesen Beitrag (Siehe hier!), den mir mein Mann zusendete, öffnete war ich um es mal freundlich auszudrücken: schockiert. Ein Bild strahlte mir entgegen: ein Zaun mit einem Schild darauf. Auf dem weißen Schild in roter Schrift: Ruhebereich. Keine Kinder. Keine Hunde. Aber seht selbst. 

Doch dann las ich den Artikel und versuchte das Motiv des Standbar-Besitzers herauszufinden. Was heißt herausfinden. Er erklärt, warum er für so entschieden hatte. 

"Naja, es gibt immer mehr Eltern, die sich einfach nicht um ihre Kinder kümmern. Oft lassen die Eltern ihre Kinder einfach völlig unbeaufsichtigt. Dann rennen die zum Beispiel zum Parkplatz runter und niemand passt auf. Das bin ich leid."


Er selbst hat drei Kinder und findet es verwunderlich, "dass man sich einfach nicht um (seine) Kinder kümmert. Letztens stand ein Kind bei (ihm) mitten in der Küche. Neben der heißen Fritteuse. (Er) habe (sich) von dem Kind zu seiner Mutter führen lassen und alles, was die Mutter sagte, war: "Naja, ich muss ja auch mal in Ruhe essen." (Er) möchte es mal so sagen: Zehn bis 20 Prozent der heutigen Eltern kotzen (ihn) extremst an."

Er findet es auch nicht schlimm, dass Kinder spielen möchten. Kennt er es als dreifacher Vater doch nicht anders. Nur Verständnis für Eltern, "die ihr(e) Kind(er) nicht in die Schranke weisen" hat er nicht.
Er erklärt dies anhand von Beispielen, wie "dass Kinder auf Tischen Matschburgen bauen" und er dann sobald er Eltern darauf hinweist pampig angesprochen wird, was dies soll. Insgeheim ärgert er sich eigentlich dafür, dass der gegenseitige Respekt in unserer Gesellschaft fehlt, stattdessen Arroganz, Ignoranz und Egoismus vorherrschen. Sowohl von Kinderlosen als auch Personen mit Kindern. 


"Aber wenn man friedlich zusammenleben möchte, braucht es nun mal gegenseitigen Respekt."

Fazit: Zuerst dachte ich ojemine, wieder so ein Geschäftsführer, den die Kinder stören. Aber ehrlich gesagt, wenn man den Beitrag liest und seiner Argumentation folgt, nickt man manchmal im Stillen. Ja Recht hast du. Auch mich stören andere Kinder / Eltern manchmal. Bestimmt stören auch wir hin und wieder mal. Aber immer diese Ruheoasen erwarten? An einer Strandbar finde ich das tagsüber etwas zu viel erwartet. Am Strand gehören Kinder eben doch dazu. Und wenn diese Methode Schule macht, werden wir Eltern es uns selbst nur noch schwerer machen. Und sind 10-20% der Eltern wirklich ausschlaggebend für solche Entscheidungen? Was ist mit den anderen 80-90%? Müssen diese deshalb verzichten? 

Herzlichst, eure Ephi


Schnittmuster: Topas in Größe 86 / 92 in der Kleidversion von Mialuna, ein Freebook (Gefunden hier!)
Stoffe: Fruity und lila Sommerjersey von Lillestoff (Gefunden hier!)

Wie jeden Morgen habe ich es nicht geschafft, meiner Kleinen das Kleid überzustülpen. Deshalb folgen die Fotos heute Mittag. Das Kleid war eigentlich schnell genäht, allerdings habe ich vergessen nach dem raffen die Fadenspannung wieder umzustellen - nicht gerade intelligent. Trotzdem ist es ausgehfähig. Erst dachte ich, dass ich den Halsausschnitt niemals schaffe, aber dann habe ich das Video von Mialuna angeschaut und so schwer war es dann doch nicht!



Quelle: "Kinder-Verbot in Düsseldorfer Biergarten: 10-20% der heutigen Eltern kotzen mich extremst an" 
von Martin Zips auf Süddeutsche.de. Zugriff am 22. Juni 2015 (Siehe hier!)


Montag, 22. Juni 2015

Ein Platz für Kinder oder auch Hilfe zur Selbsthilfe.

Endlich mal ein Vorschlag von mir, wie man etwas in diesem Land ändern kann und es ein wenig "sichtbarer" wird, wo sich Kinder gut aufhalten können. Deshalb mache ich ganz kurz Werbung für eine App / Website, welche auch für Mamas mit Kinderwagen interessant sein könnte. Eigentlich ist sie für Rollstuhlfahrer gedacht, ich denke aber, auch wir können helfen und auch unterstützt sie uns. 

Wie oft stand ich schon mit meinem Kinderwagen in einem Einkaufsladen oder vor einem Amt und wusste nicht, wie komme ich da jetzt rein oder eventuell auch wieder raus. Ich habe einen recht großen Kinderwagen, mit einem kleinen kann es funktionieren. Trotzdem dachte ich, als ich diese Idee von Herrn Krauthausen (Ein wenig Informationen zu ihm hier!) gesehen habe, dass kann ich auch machen. Da kann ich helfen. Ohne großen Aufwand. Wheelmap heißt die Website oder auch die App (Siehe hier!), welche mittlerweile sehr erfolgreich ist.

In dieser kann man Orte verlinken, welche rollstuhlgerecht oder eben nicht sind, nach klaren Kategorien, sortiert nach einem Ampelsystem. Dabei kann man Orte des täglichen Lebens aus verschiedenen Kategorien (Einkaufen, Gastronomische Einrichtungen, Öffentliche Verkehrsmittel) wählen und auch Kommentare oder Adressen ab- /angeben. Für andere sind diese wie auf einer Straßenkarte ersichtlich. 

Ich finde das unterstützenswert. Denn so kann man auch als Mama einen Ausflug gut planen, oder auch den Einkauf. Hin und wieder bekommt man zwar noch Hilfe beim Buggy hieven, aber die 15 Kilo plus Gewicht des Kindes ein paar Treppen hochtragen sind nicht immer ohne. 

Vielleicht könnte man so eine App ja auch für Kinder entwickeln, Plätze für Kinder zeigen. Welche Restaurants / Ausflüge sind kinderfreundlich, welche Orte sollte man eher meiden. 

Herzlichst, eure Ephi



Schnittmuster: Basic Tank Top in Größe 92 / 98 von Klimperklein - Freebook (Gefunden hier!)
Stoff: Froschprinz von Lillestoff und grünes raues Bündchen aus dem Nähladen meines Vertrauens!

Ab damit zu Kiddikram!  und Meitlisache(n)

Freitag, 19. Juni 2015

Königskinder.


"Wo erfahren Kinder denn mehr Wertschätzung? Gibt es für Sie so etwas wie ein Vorbildland? - Was ich jetzt sage, wird in der Politik ganz schlecht ankommen. Ich zitiere den finnischen Bildungsminister: "In Finnland werden Kinder wie Könige behandelt". Wenn uns das gelingt, Kinder wie Könige zu behandeln und zu erkennen, dass Liebe und Beziehung der Schlüssel zum Herzen eines Menschen sind, dann werden wir es richtig machen. Der Reichtum eines Landes kann nur am Reichtum von Kindern festgelegt werden. So gesehen sind wir ein sehr armes Land!" so antwortet Bernd Siggelkow Diana Sierpinski in einem NTV Interview, welches Armut von Kindern behandelt. Dabei spricht der Arche Begründer nicht nur von finanzieller Armut, sondern hauptsächlich von emotionaler.

Und meiner Meinung nach hat er recht. Und zwar absolut.



Mit einer befreundeten Familie hatten wir am Sonntag auch Gespräche darüber, wie viel wir von anderen Ländern bezüglich der Familien- und Bildungspolitik noch lernen können, wie wir eventuell auch der Kinderarmut im Bezug auf die Geburtenrate begegnen können. Natürlich nicht höchstpolitisch, eher emotionaler Natur. Abends las ich dann dieses Interview (Siehe hier!), welches mich sehr berührte.
Kinder, die viel um die Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Eltern kämpfen, und sie dennoch nicht bekommen. Und der allgemeine Wunsch nach "mehr Kinderfreundlichkeit in Deutschland" (Siggelkow).


Wir hatten bzw. haben das Gefühl, dass Kinder in unserer Gesellschaft mehr stören, als dass sie Freude bringen. Dass man oft mit Blicken bestraft wird, wenn man die Kinder eben auch mal nicht an der kurzen Leine hat, sondern sie etwas lauter und wilder spielen lässt. Und man bestraft sich selbst auch noch damit, indem man diese Gedanken auch verinnerlicht. Indem man resigniert und sagt: Okay, da gehen wir jetzt bewusst nicht mehr hin. Diese Plätze vermeiden wir (Cafés, Restaurants, Läden). Aber welche Plätze gibt es denn für Kinder?

Meine Freundin meinte dann, auch sie waren mit ihrem Großen in Finnland, als dieser knapp ein Jahr alt war und ihnen fiel es schon am Flughafen auf, dass dort Kinder wie Könige behandelt werden, dort gab es gefühlt alle 10 Meter einen Platz zum Spielen, während diese in Frankfurt nicht ersichtlich waren. Einem der größten Flughäfen weltweit! Der Kleine meinte dann: "ich habe einen Spielplatz gesehen?" - "ach und wo"  -  "ja der bei MacDonalds". Autsch. Sehr Deutsch. Und ein wunderbarer Platz für Kinder.


Mir fiel daraufhin ein, dass man aber nicht unbedingt nach Skandinavien fliegen muss, auch Bahnreisen ins benachbarte Österreich waren für mich beeindruckend. Die Züge von München nach Passau besitzen nämlich einen Kinderwagenstellplatz. Der ICE von München nach Stuttgart vergleichsweise nicht. Stattdessen wird man gleich mal im "freundlichen" Ton darauf hingewiesen, dass der Kinderwagen dort nicht stehen bleiben darf; wohin er soll, weiß man allerdings nicht. Also bitte bleiben sie die Fahrt über neben ihrem Wagen stehen und schauen Sie, dass alle anderen Passagiere trotzdem ein- und aussteigen können. Ja, mache ich gerne. Wenn Sie sich um mein Kind kümmern. Nein Quatsch. Bahn Mitarbeiter sind bekanntlich nicht immer die freundlichsten (zu ihrer Verteidigung: sie müssen sich auch vieles anhören). Aber wie gesagt. Kinder im ICE? Der ist für Geschäftsleute. Eltern dürfen bezahlen, aber stören trotzdem die Idylle. 

Es gibt noch zig andere Beispiele. Kinderwagenstellplätze in Museen. Wickeltische auf Männertoiletten. Und einfach Personen allgemein.
Auch Siggelkow wünscht sich "mehr Kinderfreundlichkeit in Deutschland" und spricht in diesem Kontext nicht nur von finanzieller, sondern auch emotionaler Armut. Kinder haben feine Sensoren, sie merken,  wann sie überflüssig und unerwünscht sind. Wir sollten also auch oder vor allem an unserer Einstellung arbeiten. "Kinder in den Vordergrund stellen" bzw wie Könige behandeln.


Irgendwie bestätigen mich die derzeitigen Artikel und Gespräche darin, weiterhin für die Stärkung von Eltern und Kindern zu kämpfen. Sie sind unsere Zukunft.

Herzlichst, eure Ephi


Schnittmuster: Olive Star Jerseykleid in der Größe 98 aus der Ottobre 03/2014 (Gefunden hier!)
Stoff: Froschprinz-Hearts von Lillestoff (Gefunden hier!)
Knöpfe: Kam Snaps in der Farbe M40 und der Größe T5 (Gefunden hier!)
Quelle: Kampf gegen Kinderarmut: "Wir müssen Kinder wie Könige behandeln" von Diana Sierpinski auf ntv.de. Zugriff am Sonntag, den 14.06.2015. Kategorie: Panorama

Mein allererstes Mal habe ich Kam Snaps benutzt, dafür hat mein Mann erst einmal eine Riesenbestellung aufgegeben, damit es sich lohnt. Ein paar Mal musste ich üben, ein wenig Angst habe ich davor, dass sie doch nicht halten (Gerade nach der Wäsche) ...Mittlerweile ist einer wieder abgegangen...
Aber ich finde das Kleid gerade durch die orange abgesetzten Knöpfe und die Belege wirklich schön. Und das "Prinz"-Design zum heutigen Thema.
In der Ottobre gibt es noch das passende Shirt dazu, das werde ich auf jeden Fall noch nähen!

Ab damit zu Freutag, Kiddikram und Meitlisache(n)

Donnerstag, 18. Juni 2015

Ich habe Mut zu mehr Schönheit!

Wie oft sagt ihr denn zu eurem Kind, dass er / sie / es das Schönste auf der ganzen Welt habt, wie süß es ist und dass ihr es ganz doll liebt? Also ich andauernd. In Sophie sehe ich viele Stärken. Noch wenig Schwächen. Dafür ist sie vielleicht auch noch nicht alt genug. Natürlich weiß ich, dass sie ungeduldig ist, und manchmal auch etwas unvorsichtig, dass sie mal nörgelt und man sie in dem Moment mit nichts zufrieden stellen kann. Aber das sind keine Schwächen. Bisher noch nicht. Das ist die Trotzphase meiner Meinung nach. 

Gestern habe ich einen Bericht gelesen (Siehe hier!) und danach beschlossen diesen Beitrag vorzuziehen, andere hinten anzustellen (ich habe immer einige Posts in petto, vorformuliert, zu viele Ideen im Kopf). Das macht mir nichts. Ich finde diesen wichtiger. So lernt ihr auch mal mich als Autorin kennen. Gleichzeitig möchte ich mein und euer Selbstbewusstsein entdecken. Anna Achilles möchte in ihrer Kommune Frauen dazu ermuntern zu ihrem Stärken zu stehen. Also versuche ich es. Ihr auch? 

"Darf ich vorstellen? Ich bin Ephi, und ich finde mich hübsch. Ich mag meine großen, braun-grünen Augen, meine Sommersprossen und meine Taille."


"Unter uns Frauen gibt es so etwas wie eine geheime Abmachung. Wir sprechen nicht über das, was uns an unserem Körper gefällt. Selbstbewusst zu sein, ist verpönt. Stattdessen überbieten wir uns gegenseitig im Problemzonen Jammern." (Quelle: siehe unten, oder Hier!

Und auch ich habe, meiner Meinung nach, einige Problemzonen. Seit den zwei Schwangerschaften wesentlich mehr. Wobei viele das nicht so sehen und denken ich trage immer noch Größe 32. Sie finden, ich sehe besser aus als davor. Nicht mehr ganz so hungrig. Eben weiblich. 

Aber daran muss man sich gewöhnen. An den neuen alten Körper. Ich hatte damit starke Schwierigkeiten. Wenn man Komplimente für die schönen Beine bekommt, und diese mittlerweile nicht mehr zeigen möchte (deshalb keine Minikleider). Und wenn man aus dem "Rettungsring" ein wenig Luft rauslassen möchte. Und wenn einen die Narben zwar an eine wunderschöne Zeit erinnern, aber auch irgendwie das Leben schwerer machen. Ich habe diese Schwierigkeiten immer noch. 



"Schwächen zuzugeben, zeugt von Selbstreflexion, Kritikfähigkeit und Reife. Das mag sicherlich stimmen. Es ist auch löblich, dass wir unsere schlechten Seiten erkennen. Aber wir müssen endlich mal aufhören, nur über die Schwächen zu reden. Was ist mit unseren Stärken? Die kommen viel zu kurz!" (Und hier!)

Hmm, ich bin mittlerweile vielleicht körperlich nicht mehr der 90-60-90 Mensch (das war ich noch nie und Modelmaße habe ich alleine wegen der fehlenden 20 cm in der Größe nicht). Brauche ich auch nicht. Ich habe andere Stärken dazugewonnen: ich bin geduldiger geworden, insgesamt erwachsener, und auch ein wenig hilfsbereiter. Eine Mama, die kocht, wäscht, putzt und näht. Und das sogar meist recht gerne. Die undankbare Arbeiten übernimmt. Stärken sind doch mehr als nur Aussehen. Also formuliere ich es um. Noch einmal:

"Darf ich vorstellen? Ich bin Ephi, und ich finde mich sympathisch. Ich mag meine Geduld, meine Nachsicht und dass ich das Kind in mir bewahre."

"Sich selbst gut zu finden, hat übrigens noch einen anderen Vorteil: Wer zufrieden ist, wirkt attraktiver. Ausstrahlung, Charme, Haltung - all das spielt in der Wahrnehmung einer Person eine entscheidende Rolle. Wer dauernd jammert, wirkt trotz 90-60-90-Körper nicht anziehend. Ein aufrichtiges Lachen ist viel schöner. Stehen Sie dazu, wie Sie sind. Seien Sie stolz darauf." (Und ein letztes Mal!)



Auf was seid ihr stolz? Nehmt ihr Komplimente gerne an? 


Schnittmuster: Schmale Sweat Basic Hose in Größe 36 von Ki-Ba-Doo (Gefunden hier!)
Stoffe: Lightflowers Butterflies von Lillestoff und Bordeaux-weiß-gestreiftes Bündchen (Gefunden hier!)
Fotograf: Ich, per Fernauslöser, also nicht optimal.

Quelle: "Habt Mut zu mehr Schönheit" von Anna Achilles auf Spiegel Online. Zugriff am 17.06.2014. Kategorie: Achilles Verse. (Gefunden hier!)

PS: seitdem ich meine Sachen selbst nähe, fühle ich mich noch wohler. Es erspart dieses "Schatz. Eine Größe größer" in der Umkleidekabine. Ab damit zu RUMS!

Dienstag, 16. Juni 2015

Vom Genderwahnsinn und meiner Tochter, die Autos mag!

Am Freitag waren zwei liebe Freundinnen bei mir zu Besuch, beide kinderlos, beide aus meinem Abiturjahrgang, Studentinnen. Bei Pizza, später Kaffee und leckerem Sophie-wurde-vor-einem-halben-Jahr-1-Kuchen hatten wir anregende Gespräche und Diskussionen (wir kommen aus total unterschiedlichen Verhältnissen, haben unterschiedliche Lebensweisen).

Gegen Ende meinte eine der Mädels, dass sie Cousins bekommen hat, Zwillinge, und einen Strampler in einer Babygröße (geschätzt 56-62) für diese kaufen wollte. Allerdings fand sie dabei nur Hello Kitty rosa oder Polizistenblau. In einem gängigen Kleiderladen. Da sie das Geschlecht nicht wusste, wollte sie aber eine neutralere Farbe. Tja, hätten wir das gewusst, hätte auch ihr diese nähen können. Nächstes Mal dann, sie hat eine große Familie. 

Daraufhin fingen wir, wie schon einmal an dem Nachmittag, eine Genderdebatte an, die derzeit ja in aller Munde ist. Spätestens seit der Geschlechtsumwandlung von Bruce zu Caitlyn Jenner (Siehe hier!).
Als ich dann meinte, dass es vor 100 Jahren noch normal war, dass Jungs rosa angezogen waren und Mädels blau (Siehe hier!), waren sie sehr irritiert und verwundert und auch ich bin immer wieder fassungslos, weil man schon von klein auf in Rollen gedrängt wird. Vom Sex zum Gender. Dabei bin ich wahrlich kein Verteidiger dieser Bewegungen. 

Wie würde ich wohl reagieren, wenn mir die Mini plötzlich sagen würde, dass sie gerne ein Junge wäre? Wahrscheinlich ist es ähnlich wie bei einem Tod. Die vier Schritte der Bewältigung bzw die vier Trauerphasen (Siehe hier!). Bis ich es akzeptieren könnte. Ich würde die Kleine immer noch lieben. Hoffe ich. 

Und wahrscheinlich fände ich es bei der Mini nicht einmal so verwunderlich. Springt sie doch lieber wie Jungs herum, tobt wie diese und kannte erst Wörter wie "Ball" und "Auto". Auch heute spielt sie lieber mit ihren Autos als mit ihrer Puppe, der Puppenwagen wird eher als Transportmittel benutzt, anstatt "sinngemäß". Mittlerweile sagt sie auch "Puppe" und "(C)Lara". Aber der Hit ist sie immer noch nicht. 

Wir versuchen sie sehr neutral zu erziehen, also nicht in eine Richtung Gender zu drängen; das liegt aber auch daran, dass ich mit drei Brüdern aufgewachsen bin und es deshalb nicht anders kenne. Ich hatte auch keine Barbies, aber schon eine Puppe. Ich habe Räuber und Gendarm gespielt und im Fußball war ich auch nie die Schlechteste. Geschadet hat es mir nicht. Bei uns gibt es statt dem Duplo Cinderella Schloss eben einen geschlechtsneutralen Bauernhof. Neben Disney Frozen auch Cars und sie hat ein blaues Dreirad. Wir möchten, dass Sophie alles ausprobieren kann und unterstützen auch ihre Autoliebe. (Aber: dies liegt nicht an der Wahrung der Neutralität, sondern am Traum des kleinen Bruders und den damit verbundenen Kosten. Ich persönlich möchte nicht jeden Body neu kaufen müssen!)

Eltern Family 02 / 2015: "Auch unbewusst werden Unterschiede gemacht, viel früher, als es die Kinder tun (...). Kinder nehmen dagegen erst mit zwei, drei Jahren Geschlechterunterschiede bewusst wahr. Dann wissen sie auch, dass festgelegt wird, ob man ein Mädchen oder ein Junge ist." oder aber auch "Mädchen haben mehr Freiheiten." - da haben wir etwas Glück gehabt. ;)









Schnittmuster: Trotzkopf von Schnabelina in Größe 98 (Gefunden hier!) - ein Freebook
Stoff: Pink Race von Lillestoff, lila Sommerjersey von Lillestoff und grünes raues Bündchen aus dem Nähladen meines Vertrauens
Faden: Gütermann col. No.0256
 
Quelle: Große Mädchen - kleine Jungs von Xenia Frenkel in Eltern family 02 / 2015

Dieser Beitrag wird verlinkt bei CreaDienstag, Meitlisache und KiddiKram! Heute Mittag folgen weitere Bilder.

Freitag, 12. Juni 2015

Über einen Kamm geschert.

Ich weiß, ich bin ziemlich spät dran mit meiner Stellungsnahme, aber ich habe einige Diskussionen mit Freunden und auch meinem Mann, einige Stellungnahmen im Internet und auch einige Überlegungen zu schon geschauten Dokumentationen und Zeitungsberichten gebraucht, bis ich mich durchringen konnte, auch noch meinen Senf zu dem Artikel der Huffington Post (Siehe hier!) abzugeben. Beeindruckt hat mich dabei Carolin von The Blogbook mit ihrer Stellungnahme zu Sabrina Hoffmanns Meinung (Siehe hier!). Auf diese beiden Meinungen möchte ich mich beziehen, denn sie stellen die Seele meines Blogs dar. In meinem Blog möchte ich Eltern ermutigen auf ihre Intuition zu hören (Zum Beispiel hier!), aber auch Eltern von heute anschauen (Zum Beispiel hier!). Ich möchte dabei das Wort bzw. die Wörter DIE ELTERN vermeiden, denn das ist meiner Meinung nach das Schlimmste an der ganzen Diskussion und der Resonanz auf den Artikel:
Das über einen Kamm scheren!

S. Hoffmann beschreibt ihre Kindheit als eine, die einer "kommunistische(n) Diktatur" glich. Als Beispiel erinnert sie sich an eine Zwangskonfiszierung ihrer Milchschnitte in der Kita. Ein seltsames Beispiel meiner Meinung nach. Nun gut, bei uns hieß es, bei der Eingewöhnung, dass wir so etwas nicht mitbringen sollen und zwar nicht wegen der Zahngesundheit, sondern wegen dem Neid, den es befördert. Auch in der Kita meiner Freundin wird dies so gehandhabt. Da unsere Drei-Klassen-Gesellschaft immer mehr in zwei Teile verfällt, wird schon von klein auf versucht, Ungleichheiten zu vermeiden, indem entweder die Erzieher(innen) selbst Süßigkeiten verteilen (und zwar zu gleichen Teilen), oder man zum Beispiel den Geburtstagskuchen in Absprache mit diesen mitbringen darf. Ich bin der Meinung, dass dieser Kommunismus nicht schadet, denn wie oft sehe ich mein Kind neidisch auf Süßigkeiten und Knabbereien der anderen Kinder blicken - wir haben meist selbst welche dabei, aber auf der anderen Seite ist das Gras bekanntlich grüner. Teilen muss eben gelernt sein!

Ihre kommunistische Diktatur - Kindheit war aber nicht ohne, denn durch diese ist sie stark geworden, während die Kinder der westlichen sozialen Marktwirtschaft ihrer Meinung nach absolut verweichlicht sind, Schuld daran sind wir, die Eltern: "Die Pädagogik der 80er-Jahre klingt rückblickend sehr grausam. Aber ich habe keine bleibenden Schäden davongetragen. Vielleicht hat es mich sogar stärker gemacht. Heute fällt mir auf, dass Kinder immer empfindlicher werden. Und das ist eure Schuld, liebe Eltern. Ihr erzieht sie zu verweichlichten Menschen - weil ihr sie vor allem und jedem beschützen wollt."

Viele Kommentatoren sind der Meinung, dass die Autorin bleibende Schäden abbekommen hat, anscheinend keine Kinder. Ich möchte sie ein wenig verteidigen, aber auch die andere Sicht aufwerfen.

Hoffmann nennt einige Beispiele, die ich persönlich als überspitzt bezeichnen würde (nun gut, es ist die englische Bild laut meines Mannes), und auch fehl am Platze. Ja es gibt Helikopter-Eltern, aber Helikopter-Eltern haben wesentlich extremere Züge. Laut Hoffmann sind wohl ziemlich alle Eltern welche.

1. "Wenn ich nicht Pipi machen wollte, musste ich so lange auf dem Töpfchen ausharren, bis ich es doch tat. Einmal beim Mittagessen zwang mich eine Erzieherin, ein Büschel Petersilie zu essen, obwohl ich das eklig fand. Mit dem Ergebnis, dass sie später fluchend ein anderes Kind saubermachen musste, das ich vollgekotzt hatte." - das Töpfchentraining wird mittlerweile sehr individuell und persönlich nach Reife des Kindes vollzogen. Unsere Tochter z.B. fängt erst damit an, wenn sie es sagen kann. Auch wenn wir natürlich bemerken, wann sie in die Windel macht oder auch wann sie den Raum verletzt, finden wir, ist es noch nicht so weit, um damit anzufangen, solange sie es noch nicht artikulieren kann. Ebenso wie Essen, welches man nicht mag, ist dieses Beispiel haarsträubend. Essen und "Pipi machen" sind sehr individuelle Dinge, sehr persönliche, welche sich auch auf das weitere Leben auswirken. Meine Tante (Ernährungsberaterin) ist z.B. der Meinung, dass ein Kind nicht über den Appetit hinaus essen sollte, andere Experten auf diesem Gebiet sagen, dass Kinder und Schwangere, das Essen worauf sie Lust haben und zwar weil der Körper einem dadurch sagt, was er gerade dringend benötigt. Meine Tochter bekommt folglich Essen, wann sie es will, natürlich bekommt sie kein 5-Gänge-Menü gezaubert, aber wenn sie in der Kita nicht mitfrühstückt, haut sie dafür beim Mittagessen richtig rein. Wenn sie dann nachmittags noch Hunger hat, gibt es mal einen Joghurt, mal Obst und im Sommer auch mal ein Eis. Ich gebe auch "Essen ohne Zusatzstoffe", achte auf Regionalität, teilweise auf das Bio-Siegel und lese die Ökotest. Aber hier geht es um Gesundheit, ein Gut, dass meinem Kind vielleicht später eine schönere Zeit ermöglicht. Warum soll ich sie gesundheitlichen Risiken beabsichtigt oder zumindest bewusst aussetzen?!

2. "Früher packten Kinder ihre Sachen selbst zusammen und fuhren mit dem Rad nach Hause. Aber das findet ihr viel zu gefährlich, liebe Eltern (...) Sie ließen sie mit Knallfröschen spielen und unbeaufsichtigt Fahrrad fahren. Und dass auch noch ohne Helm, Knie-, Hand-, Ellenbogenschoner und Rippenschützer und Reflektoren": Diesem Beispiel habe ich eigentlich oben schon widersprochen. Klar, hat die Autorin dies auch überlebt, und auch ich. Aber manchmal hatte man da auch viel Glück. Und viele hatten das Glück eben auch nicht. In den 80er Jahren sind wesentlich mehr Menschen bei einem Fahrradunfall gestorben und auch die Säuglingssterblichkeit (siehe weiter unten) war höher.

3. "Euer Beschützerinstinkt nimmt wahnwitzige Ausmaße an. Eine Freundin erzählte mir einmal, dass sie das Baby von Bekannten nicht halten durfte, weil sie davor eine Zigarette geraucht hatte. Natürlich nicht in Gegenwart des Kindes. Aber es hätten Nikotin-Reste an ihren Fingern kleben können." Genau die gleiche Argumentation. Meine Mutter und Freunde von mir sind auch Raucher und auch ich finde es nicht gerade prickelnd zu wissen, dass sie damit meine Tochter belasten. Sie belästigen und gefährden damit nicht nur meine Tochter, sondern auch mich. Aber Rauchen ist mittlerweile gesellschaftlich so anerkannt, dass man dagegen nichts mehr sagen darf. Mich stört es zum Beispiel auch auf der Straße, wenn ich dauernd diesen stinkenden Qualm entgegen gepustet bekomme. Dass Passiv-Rauchen schlimmer ist, als aktives Qualmen, hat die Autorin evtl. vergessen, ebenso das Rauchen in direkte Verbindung mit dem Plötzlichen Kindstot gesetzt wird (Zum Beispiel hier!).

Ihr Resümee ist eigentlich ein sehr liebevolles und ermutigendes, aber die Beispiele wie gesagt nicht gerade gut gesetzt: "Vielleicht würde es Kindern helfen, wenn wir sie wieder mehr wie normale Menschen behandeln. Wenn wir uns an unsere eigene Kindheit erinnern und daran, dass all die Gefahren damals gar nicht so bedrohlich wirkten. Liebe Eltern, euer Kind ist ein Wesen mit erstaunlichen Fähigkeiten. Es lernt unglaublich schnell, es ist angetrieben von großer Neugierde. Und es hat einen Körper, der dazu gemacht ist, hunderte Stürze und Rückschläge zu verkraften. Habt Vertrauen, dass es alles schaffen kann. Dann wird es auch so sein."

Nachdem wir diesen Artikel behandelt haben, komme ich nun zu einer direkten Antwort von Carolin von The Blogbook, die ich nicht nur für ihre Nähkünste, sondern auch für ihre starke Meinung und ihren Schreibstil bewundere. Ähnlich wie Hoffmann sucht sie nach dem Normalen, nach einer guten Erziehung für Eltern, geht dabei aber nicht autoritär wie in der Kommunistischen Diktatur vor. Sie möchte Eltern bestärken intuitiv zu handeln und erklärt das gestiegene Schutzbedürfnis (ähnlich wie ich) aufgrund neuer Anforderungen.

"Nun hat die Zeit die Eigenart, dass sie nicht nur voranschreitet, sondern auch Veränderungen mit sich bringt, heute schneller und einschneidender als jemals zuvor in der Geschichte. Unsere Gesellschaft findet nicht mehr nur im eigenen Ort statt (wie vor 20 oder 30 Jahren!), sondern auf der ganzen Welt. Jeder hat die Möglichkeit, zu allen Themen seine Meinung zu veröffentlichen, so irrelevant sie auch sein mag. Es gibt keine Wahrheiten mehr, denn alles ist gleich. Familien sind keine gewachsenen Strukturen mehr, sondern gebildete. Den Eltern wird gesagt, dass ihre Kinder besser und pädagogisch sinnvoller in einer Fremdbetreuung untergebracht sind als daheim. Zu jedem Thema gibt es Bücher und sogenannte Experten - und egal, auf welche Art und Weise man sich mit seinem Kind beschäftigt, es ist grundsätzlich falsch. Entweder spielt man mit ihm zu wenig oder zu viel, man überbehütet oder vernachlässigt es, man ist zu streng oder zu nachgiebig, zu autoritär oder zu kumpelhaft. Normal ist leider völlig aus der Mode gekommen!"

Dies sehe ich absolut gleich. Man wird als Eltern einfach immer über einen Kamm geschert, wie meine Freundinnen bestätigen. Gibst du dein Kind nicht in die Kita, wird dein Kind nicht sozialisiert. Gibst du dein Kind in Fremdbetreuung, schadet dies der Mutter-Kind-Beziehung. Vergleichbare Themen sind Stillen, Familien- oder eigenes Bett, Schreien-zum-einschlafen oder andere Methoden, ... Wie man es macht ist es falsch, eine ständige Bewertung findet statt, hauptsächlich unter Müttern. Und ja, auch ich schaue manchmal komisch, wenn ich manche Eltern mit ihren Kinder schimpfen sehe, oder wenn ich höre, warum manche Mütter nicht Stillen bzw sich für den geplanten Kaiserschnitt entscheiden, wenn ich höre, dass Eltern ihr Kind nach drei Monaten schon Schreien lassen damit sie durchschlafen lernen. Auch ich denke oft "das ist unmenschlich und nicht kindgerecht", und eigentlich verurteile ich mich dafür, dass ich verurteile. Denn die wirklich schlimmeren Themen spricht Hoffmann überhaupt nicht an: Vernachlässigte Kinder und überbehütete Kinder. Sie bringt dafür keine Beispiele.

Carolin von The Blogbook: "Eltern wissen nicht mehr wie Eltern sein geht. Dabei ist es völlig normal, dass das in einem drin liegt, dass man intuitiv weiß, was man zu tun und zu lassen hat. Ja, es gibt vernachlässigte Kinder und schlechte Eltern - die gab es im Übrigen auch schon vor 20 Jahren - da hat man es mangels Facebook nur noch nicht so mitbekommen. Und ja: es gibt die Eltern, bei denen auch ich die Hände über dem Kopf zusammen schlage und denke "Was um Himmels willen geht in Dir bloß vor?" 

Es gibt beide Elternpaarungen, es gibt vernachlässigte, es gibt überbehütete mit unterschiedlichem Ausmaß (Ein meiner Meinung nach krasses Beispiel siehe hier!), aber ich denke am meisten gibt es noch die Durchschnittseltern, die situationsbedingt abwägen. So wie Carolin:

"Ich trage übrigens auch den Schulranzen meines Sohnes, genauso wie ich ihn mit dem Auto von der Schule abhole und mit seiner Lehrerin über ihn spreche. Ich puste meinen Kindern die Auas weg und nehme sie ganz fest in den Arm, wenn sie sich weh getan haben. Tatsächlich gehen meine Kinder aufs Klo, wenn sie müssen - und haben dafür keine Blasenbeschwerden so wie ich (und wahrscheinlich auch die Autorin). Sie müssen auch nicht aufessen und auch nichts, was sie partout nicht mögen."


Deshalb liebe Frau Hoffmann, bitte ich Sie und viele von uns Eltern auch, genauso wie Ärzte, Erzieher, etc. Hört auf, alle über einen Kamm zu scheren! Es gibt nicht immer nur schwarz und weiß. Es gibt nicht immer nur gut und böse. Jede Familie und jedes Kind ist individuell, es gibt keine perfekte Erziehung (wenn sich Ratgeber widersprechen). Es sind neue Anforderungen hinzugekommen an uns Eltern, wir leben in einer sehr komplexen Welt. Wir können unsere Kinder nicht vor allem beschützen, aber wir möchten sie auch nicht unnötigen Gefahren aussetzen!"

Bereicherung. Was Kinder wirklich sind.

Beim Nachmittagskaffee hatten mein Mann und ich vor einigen Tagen eine Diskussion, die auf meinem Studium und einigen Studien beruht, die ich die letzte Zeit gelesen habe. Ich hatte ihm vormittags, als er noch in der Unibibliothek saß, schon kurz mitgeteilt, dass Deutschland ein Weltuntergangsszenario droht (laut meinem Buch). Dies passte zu den Studien. 

"Überraschende Statistik: plötzlich haben wir die niedrigste Geburtenrate der Welt". (Siehe hier!) Überraschend? Nicht wirklich? Zumindest laut einigen Kommentatoren. Denn Kinder passen wohl nicht in unsere Welt voller wirtschaftlicher Unsicherheit (was ein Widerspruch mit den Ergebnissen der Studien darstellt, wenn man unsere ökonomische Situation mit denen in afrikanischen Schwellenländern vergleicht) bzw. zur allgemeinen Zukunftsunsicherheit. 

Aber die gab es doch schon immer? Sicherheit empfinde ich als schwieriges Wort. Jeder empfindet Sicherheit sehr individuell. Und Sicherheit gab es vor einigen Jahrzehnten auch nicht. Trotzdem wurden Kinder geboren. Ja, es gibt auch einen Zusammenhang zwischen florierender Wirtschaft und Geburtenrate (Stichwort: Babyboom). Sowie mit anderen Entwicklungen, wie der Anti-Baby-Pille, Emanzipation.
Ich denke aber, dass ein großes Problem die Sichtweise auf Kinder ist. Natürlich sind sie sehr kostenintensiv, bezogen auf Zeit, Geld, psychischer und physischer Belastung. Und jede Eltern sind auch mal wahnsinnig genervt und denken kurz darüber nach; wie wäre es wohl ohne sie? Aber diese Gedanken vergehen (meist) in Sekundenschnelle.

Kinder sind eine Bereicherung. Sie geben einem so viel zurück. Sie lassen einem den Blick auf Kleinigkeiten lenken, die Welt mit anderen Augen sehen, sie lachen über einfache Dinge und erfreuen sich an Normalitäten. Kinder brauchen auch nicht so viel, wie man denkt und behauptet. Natürlich brauchen sie Pampers, Essen, Kleidung. Aber sie brauchen nicht das Designer Spielzeug und 25 Hosen (auch wenn mehr Wäsche anfällt). Sie sind oftmals einfach zufriedenzustellen, manchmal natürlich auch erschwert.
Ich denke, wir sollten unsere Sichtweise ändern. Wir sollten wieder wie die Kinder werden und uns über Kleinigkeiten freuen, uns nicht immer Sorgen machen über das morgen, sondern das Hier und Jetzt. Mit 
Kindern. Es muss nicht immer die materielle Bereicherung sein! 

"Schenk einem Kind ein wenig Liebe und du bekommst eine Menge zurück." (John Ruskin) 






Schnittmuster: Passerina Jerseyoverall in Größe 92 aus der Ottobre 3/2015 (Gefunden hier!)
Stoff: Tukan von Lillestoff (Gefunden hier!) und grünes raues Bündchen
Faden: Gütermann Col. No. 1402, und No. 0256

Ein herzliches Danke an meine Mama, die mir beim Ottobre-Lesen geholfen hat !

Ab damit zu FreutagKiddikram und Meitlisache(n).

Donnerstag, 11. Juni 2015

Familienqueen. Oder auch nicht.

Ein neues Sendungsformat, auf einem privaten Sender, von welchem ich lesen durfte. Schauen werde ich es nicht. Niemals. Jetzt kann man mir vorwerfen, dass man nichts bewerten darf, was man nicht kennt. Und das stimmt. Allerdings gibt es Dinge, die finde ich verwerflich. Und dazu gehört wohl auch "Familienqueen".
Mütter bewerten sich gegenseitig in verschiedenen Kategorien. Dazu gehören: Haushaltsführung, Kindererziehung, Gesundes Essen / Kochen. 

Ich weiß jetzt nicht, ob dies den Müttern zugute gehalten werden soll, damit man wieder schätzt, was wir leisten. Ob das "Heimchen am Herd" gefördert werden soll. Das Sendungsformat evtl auch eine Ausgleichszahlung für das wahrscheinlich bald wegfallende Betreuungsgeld darstellt. Aber all dies glaube ich nicht. Es ist wieder ein Sendungsformat, dass man schauen kann, um sich besser zu fühlen oder auch den Neid zu befördern. 

Die Kategorienauswahl sind klassische Frauenfelder. Bei uns kocht zwar meist der Mann und ich weiß, wir sind mittlerweile nicht mehr die einzigen (George Clooney kocht laut People Magazin auch) und auch die normale Hausarbeit wird immer mehr aufgeteilt. Trotzdem bleiben diese Felder wohl zu mindestens 70% "Frauenarbeit". Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Männer und Frauen einschätzen sollten, wie viel Hausarbeit die Männer übernehmen. Ein nicht gerade euphorisches Ergebnis mit vielen "Fehleinschätzungen". Wir Frauen unterschätzen die Arbeit der Männer gerne. Die Männer überschätzen.
Zurück zum eigentlichen Thema. Bewertungen finde ich grausam. Man kann nicht bewerten nachdem, was man eine Woche lang sieht (oder sogar nur ein Tag?). 

Was würde ich als Mutter machen um Familienqueen zu werden?! Klar, bevor die fremden Damen anreisen, einen Großputz. Bei uns ist immer ein freundliches Chaos vorhanden. Das liegt daran, dass Sophie überall spielen darf, dass mein Nähzeug auch mal einen Tag länger liegen bleibt, dass nicht alles einen festen Platz hat und Papiere auch mal ungeordnet auf dem Schreibtisch liegen. Wir leben in der ersten gemeinsamen Wohnung. Da hat man nicht 10 Schränke und Organizer. Und mit dem ersten Kind wohl auch nicht immer die Zeit. Die simplify Methode wirkt bei mir auch nur solange, bis es heiß wird oder das Kind krank. Punkte: 4, weil es grob ordentlich ist, aber eben nur grob. 

Kochen: wenn es nachdem Faktor geht, wie viel ich koche, bekomme ich vielleicht 3 Punkte. Eher weniger. Da habe ich mich überschätzt. Bei uns hat es sich nach der Geburt der Mini so eingespielt, dass mein Mann kocht. Warum? Weil die Kleine mir sonst wie ein Klotz am Bein hing. Weil sie jammerte und wimmerte und dies zu Lasten der Erziehung und Liebe und Zeit ging. Manchmal verstehen es die Kleinen eben nicht, dass es schneller ginge, wenn sie mitmachen würden. Egal, wie oft man es erwähnt. Trotzdem bleibt es nicht bei 3 Punkten, denn wir kochen gesund und kostengünstig dank eines Wundergeräts. Wir kochen auch nicht allzu schlecht, denn wir haben ständig Besuch, der bei uns mitisst und wieder zum Essen kommt. Das spricht, denke ich, für uns. Punkte: 7, weil es nicht die Familienqueen ist, sondern der Familienking (aber die Queen verteilt eben auch gerne Aufgaben ;-)). 

Erziehung: kann man es da richtig machen?! Jeder sieht das doch anders. Da gibt es auch in der Fachliteratur, diverse Ratgeber, die sich widersprechen. Schwierige Sache, absolut individuelle Entscheidung. Punkte: offen. 

FAZIT: ich bin keine Familienqueen und ich würde es sicherlich nicht werden, wenn ich gegen drei andere Damen antrete. Bei uns sind Spuren eines Kindes sichtbar, bei uns gibt es ein Familienleben, welches man erkennen kann und darf. Es staubt nicht alles zu, aber es ist Leben in der Bude. Die Erziehung ist individuell geprägt, wir geben Freiheiten, sind nicht allzu autoritär. Andere haben ihr Kind vielleicht eher im Griff. Ich zeige meinem, dass es auch in jungen Jahren schon eine würdevolle Respektsperson ist. Bei uns gibt es nicht die Queen und auch nicht den King. Es ist ein geben und nehmen und ein Hand in Hand. Macht dies nicht die Familie aus, anstatt einer Person am "Gipfel der Macht". Trotzdem finde ich, eine Mutter ist unverzichtbar, denn Mütter halten die Familie oft zusammen. Ein Konzept also, dass zwar Mütter schätzen soll, sie gleichzeitig auch wieder abwertet. Schade. 






Schnittmuster: Beinkleid vom Milchmonster in der normalen Version in Größe 36 (nicht wegen der Länge, sondern wegen der Breite) Gefunden hier!
Stoff: Geometric von Lillestoff gefunden bei Rapatinchen, die heute auch mit diesem Stoff mitrumst.  (Schau mal hier!)
Faden: Gütermann col. No. 0232
Fotograf: Mein Mann, kein Profi ;)

Mein allererstes Mal Rumse ich mit wuhu!

Dienstag, 9. Juni 2015

Auf dem Prüfstand.

So lautet ein Artikel der aktuellen Ökotest (6/2015), der mir auf Anhieb zusagte. In ihm geht es um Mythen, welchen junge Eltern doch gerne erliegen. Hier einige Beispiele:

- Kaiserschnittkinder mögen keine Überraschungen
- Babys dürfen in den ersten Tagen nicht abnehmen

- Babyspeck wächst sich aus
- Ab dem dritten Monat schlafen Babys durch
- Zweimal täglich Zähne putzen ist wichtig
- Kinder brauchen Vitamintabletten

Okay, es sind nicht alles Mythen, an manchen ist natürlich etwas Wahres dran.  Aber das müsst ihr leider selbst lesen, denn ich kann nicht alles hier vorweg nehmen. Was mich viel mehr beeindruckte an dem Artikel war die Einleitung. Ich gebe zu, ich habe den Artikel noch nicht fertig gelesen. Aber die Einleitung hatte es wie gesagt in sich. 

Zitat: "Alles ist neu, jeder Handgriff will gelernt sein. Das kann Eltern ganz schön ins Schleudern bringen. Wer dazu neigt, sich verunsichern zu lassen, hat jetzt die besten Chancen, dass dies gelingt (...). Das Gute ist: Rein intuitiv steht Eltern sehr viel Wissen zur Verfügung." Wow. 

Auch ich habe mich anfangs immer sehr verunsichern lassen. Als die Mini mich die erste Nacht vor Durst nicht schlafen ließ, musste ich mitweinen. Als es zu mir hieß, sie muss nicht mehr gestillt werden, kamen ständig die Zweifel auf. Die Impfungen, welche sind notwendig. Familienbett oder nicht. Tragen oder Kinderwagen. 

In unserem Bücherregal stehen mehrere Ratgeber, die mich teilweise noch mehr verunsicherten. Warum kann mein Kind dies noch nicht?, kam manchmal auf. Muss es dies überhaupt schon können? Mache ich das richtig? 

Mittlerweile sehe ich das anders. Hin und wieder brauch ich zwar noch einen Satz, wie "du machst das gut. Du bist eine tolle Mama. Sophie ist glücklich". Aber tief im Inneren wusste ich eigentlich was richtig ist. Richtig ist, was sich richtig anfühlt. Das klingt jetzt merkwürdig. Aber für mich war es klar, Sophie während einem "Schub" im Tragetuch zu verstecken und nicht rauszuholen, bis sie es wollte. Für mich war klar, dass sie in unserem Bett schläft, damit wir alle besser schlafen. Und es war mir auch bewusst, dass die Kleine einzigartig ist und sich in die Richtung und ihrem Tempo entwickelt, so wie sie es möchte.
Natürlich wollte auch ich sie fördern. Aber nicht überfordern. Natürlich wollte ich das Beste für sie. Aber ich glaube fest daran, dass das Beste für Kinder zufriedene Eltern sind. Und zufrieden bedeutet eben auch stimmig. Ich war oft unzufrieden, wenn mir jemand in meine Erziehung reden wollte. Wenn jemand meinte, dein Kind isst zu wenig, biete den Schnuller an, es reicht mit stillen. Auch wenn die Ratschläge gut gemeint sind. Es ist eben doch gut auf die eigene Intuition zu hören. 

Die letzten Tage wurde das Nähen etwas vernachlässigt in unserem Hause. Das Plantschbecken wurde aufgebaut, Eis geschleckt und im Bikini durch die Wohnung gehüpft. Die Hausarbeit stand hinten an. Das Nähen auch. 

Trotzdem habe ich ein wenig gearbeitet, es sind Hosen entstanden. Für die Mini eine Pumphose (Poppy von Pattydoo), für mich eine Basic Hose (Ki-Ba-doo) und ein Beinkleid (Milchmonster). Ich präsentiere heute aber lediglich die Pumphose, denn bei der Basic Hose fehlt noch das Bündchen und ich darf gespannt sein, wann sie fertig wird (DHL Streik). Das Beinkleid zeige ich demnächst. Die Pumphose werde ich der Kleinen noch einmal nähen, in Größe 92, solche Hosen kann man für zuhause immer gebrauchen!

Herzlichst, eure Ephi 






Man sieht es gab Tomatensoße zum Essen ;)

Schnittmuster: Poppy von Pattydoo in Größe 98 (Freebook, Gefunden hier!)
Stoffe: Frau Holle Dotties von Lillestoff (Gefunden hier!) und glattes rotes Bündchen
Faden : Col. No. 1391 von Gütermann 

Ab damit zu CreaDienstagKiddiKram und Meitlisache(n)

Freitag, 5. Juni 2015

22 Stunden pro Woche

196 Minuten pro Tag nutzen wir durchschnittlich unser smartphone. So lautete es gestern bei "Hirschhausens Quiz des Menschens". 196 Minuten sind eine verdammt lange Zeit. Finde ich. Und auch wir haben ständig die Debatte, wie viel Handy ist okay. Wir als Eltern sind ja Vorbilder. Außerdem empfinde ich es als ein Riesen Spannungsverhältnis zwischen Verantwortung und Verantwortungslosigkeit, denn einerseits muss man sein Kind mit der Technik von heute vertraut machen, es geht ja immer schneller und weiter, andererseits aber möchte man bzw. wir ihr soziale Kompetenzen vermitteln, und die gehen immer mehr kaputt durch diese Sucht auf das smartphone zu schauen. Schwierig also. 

Auch wir haben nach Lösungen gesucht, schließlich sind wir die Generation, die Smartphones, tablets, etc vermehrt nutzt. Wir sind mit der Zeit in diese Technik hineingewachsen, der Vater und die Mutter meines Mannes außerdem Informatiker und er möchte seine Kenntnisse via Master in diesem Bereich erweitern. Hier gibt es ständig Debatten zwischen Android (wir) und iPhones (seine Familie). Hier findet man es lustig, wenn die Kleine schon die Wischtechnik beherrscht, die ja intuitiv ist. Und klar macht es ihr Spaß, diese Sachen zu bedienen, es passiert ja ständig was, wenn sie darauf herumdrückt, - wischt, etc. Aber muss das sein? In ihrem Alter?

Mein Mann und ich haben uns darauf geeinigt, dass wir sie möglichst Technikfrei erziehen möchten, bis sie es braucht. Regulation heißt unser Zauberwort. Nur im Beisein von uns. Nur was wir für sie als gut erachten. Musik hören darf sie damit, wenn wir unterwegs sind zum Beispiel. Aber äußerst selten. Ansonsten gibt es klassisch CDs und in unserem alten Auto sogar noch Kassetten.
Wenn wir auf dem Spielplatz oder anderswo im Freien sind bleibt das Handy entweder zuhause, oder in der Tasche. Je nachdem. Außer es möchte jmd was wegen einem ausgemachten Termin wissen. Dann darf man hin und wieder darauf linsen.

Erst abends ab acht Uhr, wenn die Kleine normalerweise schläft, darf auch mal so gespielt werden von unserer Seite aus. Oder Nachrichten gelesen. EMails gecheckt. Morgens kurz die Zeitungsapp durchflogen werden. Und trotzdem klappen diese goldenen Regeln nicht 100%.
Bei mir hat man sich eine Zeit lang gewundert, dass ich nicht sofort zurückgeschrieben habe bei WhatsApp. Man wundert sich, wenn ich nicht immer erreichbar bin via Anruf. Und ich bin stolz darauf. Ich versuche zwar möglichst zeitnah zu antworten. Aber ich bin nicht ständig erreichbar. Das bin ich lediglich für meine Familie. 

Warum möchten wir die Kleine möglichst Technikfrei erziehen? Ich finde Technikfrei klingt eigentlich idiotisch. Schließlich stimmt dies nicht überein. Aber ich merke immer wieder, wie man wirklich an sozialen Kompetenzen abnimmt. Es fehlt an normalen Gesprächen. Egal wo. Man sieht überall die Menschen mit gesenktem Kopf auf irgendeinen Bildschirm schauen. Es gibt zwar die Offenheit via SocialNetwork, aber die Verschlossenheit im Alltag. Teilweise sieht man eine Gruppe von Menschen, die eher über WhatsApp, Facebook etc kommuniziert, als über das gesprochene Wort. Dabei bleiben so oft Missverständnisse aus. Es fehlt am Miteinander. Man schafft nichts mehr ohne die Technik. Dabei sollte sie uns lediglich unterstützen, nicht beherrschen. Und so möchten wir es Sophie zeigen. Obwohl es uns selbst auch schwer fällt, dieser Versuchung zu widerstehen. 






Schnittmuster: Leggings Boo und Shirt This and That aus der Ottobre 3/2014 in Größe 98
Stoffe: Froschprinz Kombination (Froschprinz, Flowers und Hearts) von Lillestoff und grünes Bündchen aus dem Stoffladen meines Vertrauens

Die Kombination ist ganz schön clownig. Das Shirt wurde nur für das Shooting zu der Leggings kombiniert. Das wird ab jetzt gelassen. Von vorne geht es, von hinten nicht. Das Shirt hat Schlitze, Belüftung, die man bei dem Wetter gut brauchen kann. Die Leggings ist leider falsch rum zugeschnitten (Blümchen), macht aber nichts, es sind Schüttelblumen. Man sieht, ich bin absoluter Anfänger.

Ab damit. Heute ist FREUTAG, weg mit den Meitlisachen , und zu Kiddikram